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Vendetta – Die Überlingen-Katastrophe in US-Format

Arnold Schwarzenegger versucht im Herbst seiner Karriere eine Neusausrichtung seiner Filmographie. Bereits mit Maggie hat der siebzigjährige Österreicher einen Film abgeliefert, den man, trotz des Zombiethemas, als ruhiges Drama betiteln kann. In Vendetta versucht sich Schwarzenegger an einer wahren Geschichte.

Inhalt:
Der Vorarbeiter Roman Melnyk (Arnold Schwarzenegger) verliert seine Familie während eines Flugzeugabsturzes. Roman kommt mit dieser Tragödie nicht klar und sucht die Schuld bei Jacob (Scoot McNairy), dem Fluglotsen, der für den Zwischenfall sehr wohl verantwortlich war – und sich selbst kaum mehr mit seinem Leben zurecht findet.

Als erstes, dieser Streifen heisst im Original Aftermath, was soviel wie Nachwirkung bedeutet. Der “deutsche” Titel Vendetta scheint ganz klar aus Marketinggründen gewählt worden sein, denn auf einer Vendetta befindet sich keiner der Darsteller. Diese Geschichte spielt klar mit dem Erleben eines Dramas und wie die Protagonisten danach mit sich selbst wieder klarkommen – oder eben auch nicht.

Arnold Schwarzenegger macht hier einen wunderbaren Job. Sehr ruhig spielt er den trauernden Roman. Man nimmt ihm jeden Schmerz ab und kann viele seiner Taten nachvollziehen. Oder auch doch nicht? Scoot McNairy macht seine Sache fast noch besser. Wie Jacob fast schon zwanghaft versucht sein Familienleben fortzuführen, war ganz gross gespielt von McNairy. In Nebenrollen ist noch Maggie Grace zu erwähnen, die sich mehr und mehr von den nervenden Figuren in Lost und Taken entfernt. Sehr nett. Die anderen Darsteller spielen hier eigentlich eine untergeordnete Rolle. Erwähnen könnte man noch Lewis Pullman, Sohn von Bill Pullman, der gegen Ende des Films noch sehr interessante Screentime bekommt.

Vendetta ist die Verfilmung der Überlingen-Katastrophe von 2002 und die Hollywood’sche Sicht auf die Tötung von Fluglotsen Pieter Nielsen durch Witali Kalojew, der durch den Absturz seine Frau und seine beiden Kinder verloren hat. Ich finds nur generell schade, wurde die Handlung in die Staaten verlegt. Aber dies ist einer der wenigen Makeln des Films.

Ja, vielleicht ist Vendetta ein wenig zu ruhig. Und von der Story her hätte dieser Film auch als deutsche TV-Produktion durchgehen können. Aber Schwarzenegger, McNairy und Grace veredeln dieses Werk brutal. Auch interessant wie der Film geschossen wurde. Regisseur Elliott Lester benutzt sehr oft Vogelperspektiven, was dem Film einen interessanten Touch gibt. Zudem wurde der Film interessant ausgeleuchtet.

Fazit: Vendetta ist ein sehr ruhiger Film, welcher den nichtinformierten Actionfreund im Media Markt nach Sichtung völlig verstören wird. Eine interessante Aufarbeitung eines schrecklichen Tragödie. Und Arnold Schwarzenegger wird im Alter nur besser.

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Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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