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The Raid 2

Als Regisseur Gareth Evans vor zwei Jahren sein brachiales Werk “The Raid” auf die Menschheit losliess, war die Actionwelt entzückt. Mit geringem Budget und erdrückender Atmosphäre kämpfte sich Hauptfigur Rama durch ein Hochhaus voller Bad Guys. Die Atmosphäre beklemmend, die Action hart, die Choreographie grossartig, 97 Minuten Spannung pur, der Zuschauer mittendrin im Geschehen, das war „The Raid“. Und wie es die Mechanismen der Filmbranche so wollen, erscheint in diesen Tagen die Fortsetzung im Handel.

Inhalt:
Als Rama (Iko Uwais) erfährt, dass sein Bruder vom Gangsterboss Bejo getötet wurde, begibt er sich, um die Täter zu stellen und gleichzeitig seine Familie zu beschützen, auf eine mehrjährige Undercover-Mission und gerät dabei zwischen alle Fronten.

Eigentlich konnte „The Raid 2“ nur verlieren, denn das Erstlingswerk kann kaum getoppt werden. Die Erwartungshaltung an eine Fortsetzung war automatisch immens. Etwa wie bei „The Matrix“. Was damals aus den beiden Fortsetzungen rauskam wissen wir ja alle noch. Grosser Bockmist. So versuchte Gareth Evans gar nicht erst „The Raid“ zu kopieren, sondern schickte seine Hauptfigur auf eine Mission, welche auch aus einem Johnny To-Film stammen könnte. Das ergibt zwar komplett neue Möglichkeiten und eine weitaus grössere Story als „Ein Typ prügelt sich durch ein 30stöckiges Hochhaus“, erhöht aber gleichzeitig die Chancen auf Plotholes und Längen.

Und Längen hatte „The Raid 2“ leider einige. Die Geschichte wirkte zwar nicht gänzlich uninteressant, aber der rote Faden war oft nicht direkt ersichtlich. Kein geradeliniger Kracher wie noch Teil eins. Die Martial Arts-Szenen waren allesamt grossartig umgesetzt, von den Choreographen wie auch von den Kameramännern. Jedoch auch hier, rückblickend bleiben nur wenige dieser Fight-Szenen präsent, sah dann doch alles irgendwie genau gleich aus. Immerhin, gegen Filmende kommt das grosse Zückerchen, dann entledigt sich Rama zuerst eines ziemlich schrägen Killerpaares und dann folgt der grosse Fight in einer Restaurantküche. Ich habe selten eine Kampfszene mit solch einer Intensität erlebt und man kann nur erahnen, wie lange die beiden Darsteller diese etwa fünf Minuten lange körperliche Abnützungsschlacht eingeübt haben. Dieser Fight war das Highlight. Das einsame. Und das trotz eines gigantischen Bodycounts, viel Kunstblut und gebrochenen Knochen.

„The Raid 2“ ist schlichtweg viel zu lang. Mit einer Laufzeit von gut 150 Minuten hast du schon grundsätzlich das Gefühl deinen Arsch vor Jahren auf der Couch geparkt zu haben. Wenn dann aber die Story eher hanebüchen daherkommt, unnötige Subplots eingeschoben und richtige Leckerbissen dir vorenthalten werden, dann können 150 Minuten zu einer verdammten Ewigkeit mutieren. Dabei machte der Film trotzdem einiges richtig. Evans verstand es den Zuschauer mit interessanten Locations, Farbspielereien und skurriler Musik verzücken. Eigentlich kein wirklich schlechter Film. Aber im Vergleich zum Erstling fast ein Stinker.

„I’m done“ sprach Rama als letzten Satz vor dem Abspann. Ja, so fühlten wir uns auch. Done.

Fazit: „The Raid 2“ ist trotz viel Kampf und Gemetzel eine grosse Enttäuschung. Ein kommender dritter Teil soll die Geschichte um Rama zu Ende führen. Ich hoffe auf ein würdiges Finale.

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Dominik Hug

Autor: Dominik Hug

Mitdreissiger. Basler. Auch im Erfolg stets unzufriedener FCB-Fan. Filmkritiker. Leidenschaftlicher Blogger. Strassensportler. Apple User. Hat eine Schwäche für gute Düfte. Liest eBooks. Hört gerne Rockmusik. Fährt einen Kleinstwagen. Geht gerne im Ausland shoppen. Herzkalifornier. Hund vor Katze. Hat immer eine Sonnebrille dabei. Gelegentlicher XBox-Zocker. Hat 2016 überlebt.

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